ELL – Elastomer-Leitlinie & aktuelle Bewertung nach KTW-BWGL
Die ELL (Elastomer-Leitlinie) war in Deutschland die maßgebliche Grundlage zur hygienischen Beurteilung von Elastomeren im Kontakt mit Trinkwasser. Heute erfolgt die Bewertung von Elastomeren über die KTW-BWGL (Bewertungsgrundlage für Kunststoffe und Elastomere im Kontakt mit Trinkwasser) –
Für Dichtringe, Formartikel und Schläuche liefern wir materialspezifische Nachweise damit Ihre Produkte normenkonform und auditfähig sind.
Inhaltsverzeichnis
- Für was steht ELL (Elastomer-Leitlinie)?
- Welche unserer Produkte benötigen die Bewertung?
- ELL vs. KTW-BWGL – was gilt heute?
- Welche Anforderungen werden geprüft?
- Prüfprogramm & Prüfumfang (Bauteil/Material)
- Wie erhalten Produkte die Konformität?
- Vorteile für Endkunden & Unternehmen
- Praxistipps & häufige Fehler

Autor: Oliver Schwing
Stand 07/2025
Betriebsleiter
20 Jahre QS-Leitung
Ansprechpartner für Dichtungen in Trinkwasser-Anwendungen

Für was steht ELL (Elastomer-Leitlinie)?
Die Elastomer-Leitlinie regelte die Auswahl und Prüfung von Elastomeren
(z. B. EPDM, NBR, FKM/FPM) im Trinkwasserkontakt. Sie definierte Prüfmedien, Migrations-
und sensorische Anforderungen, um Geruch, Geschmack und Gesundheit zu schützen.
Welche unserer Produkte benötigen die Bewertung?
- Dichtringe/O-Ringe in Armaturen, Fittings, Ventilen, Filtern
- Formartikel wie Membranen, Manschetten, Dichtlippen
- Schläuche/Schlauchringe in wasserführenden Systemen
- Flachdichtungen/Stanzteile aus EPDM, NBR, FKM u. a.
ELL vs. KTW-BWGL – was gilt heute?
Die frühere ELL wurde durch die KTW-BWGL abgelöst. Für Elastomere ist heute
Anlage D maßgeblich. Bei TPE (thermoplastischen Elastomeren) gilt Anlage E,
bei Beschichtungen Anlage B, bei Schmier-/Hilfsstoffen Anlage C. Silikone werden
weiterhin über die KTW-Leitlinie Silikon beurteilt.
Welche Anforderungen werden geprüft?
Kategorie | Inhalt | Ziel |
---|---|---|
Migration | Gesamt-TOC, spezifische Stoffe, ggf. Metalle/Restmonomere | Gesundheitsschutz – keine unerwünschten Abgaben |
Sensorik | Geruchs- und Geschmacksprüfung nach definierten Bedingungen | Wasser bleibt neutral |
Materialdaten | Rezeptur/Positivliste, Härte (Shore A), Dichte, Farbmittel | Transparente Werkstoffbeurteilung |
Bauteilprüfung | „Worst-Case“-Geometrie, Oberflächen/Volumen, Einbauszenario | Realitätsnahe Bewertung des fertigen Dichtelements |
Biofilm | Optional: mikrobielles Wachstum (z. B. nach DVGW W 270) | Hygiene in Netzen/Anlagen |
Prüfprogramm & Prüfumfang (Bauteil/Material)
- Material-Screening: Abgleich der Ausgangsstoffe mit der Positivliste der KTW-BWGL (Anlage D).
- Risikoeinstufung: Anwendung/Temperatur/Flächen-Volumen-Verhältnis bestimmen (Risikogruppen).
- Migration & Sensorik: definierte Prüfzeiten/-temperaturen; TOC, spezifizierte Stoffe, Geruch/Geschmack.
- Bauteilprüfung: Typprüfung am fertig konfektionierten Dichtelement (z. B. O-Ring/Flachdichtung).
- Konformitätsdokumente: Prüfbericht, DoC/CoC, Chargen-Rückverfolgbarkeit (auditfähig).
Wie erhalten Produkte die Konformität?
- Vorprüfung: Wir prüfen vorhandene Mischungen/Plattenqualitäten auf Listenfähigkeit & Prüfhistorie.
- Laborkoordination: Testplanung mit akkreditierten Laboren (Material- und Bauteiltests).
- Serienüberwachung: Produktionskontrolle, Materialfreigaben, Änderungsmanagement.
- Dokumentation: Prüfberichte, Konformitätserklärung, Audit-Ordner für Marktüberwachung.
Vorteile für Endkunden & Unternehmen
Nutzen | Endanwender | Hersteller/OEM |
---|---|---|
Sicherheit | Neutraler Geschmack/Geruch, Gesundheitsschutz | Haftungs- & Risikominderung |
Nachweis | Transparente Bewertung | Audit-sichere Dokumente (DoC/Prüfbericht) |
Marktzugang | Geeignete Werkstoffe im Trinkwassersystem | Erfüllung gesetzlicher Vorgaben & Ausschreibungen |
Praxitipps & häufige Fehler
- Material ≠ Bauteil: Ein Materialzeugnis ersetzt keine Bauteilprüfung.
- Dicke/Farbe: Änderungen an Geometrie oder Farbmitteln können die Bewertung beeinflussen.
- Rezepturpflege: Jede Rezepturänderung bei einer Gummimischung (z. B. Ruße/Weichmacher/Additive/Füllstoffe) dokumentieren & neu bewerten.
- Systemdenken: Kombinierte Elastomere, Kunststoffe, Beschichtungen müssen zusammenpassen (Anlagen B–E).
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