Transfer Moulding (TM)-Verfahren

Spritzpressen für Gummiformteile

Inhalt

Was ist Transfer Moulding?

Transfer Moulding (TM), auch als Spritzpressen bekannt, ist eine Fertigungstechnik für Gummiformteile, die Elemente aus dem Compression Moulding (Pressformen) und dem Spritzguss kombiniert. Dabei wird die unvulkanisierte Gummimischung in einen Vorraum (Transferkammer) eingelegt und durch Druck in die beheizte Form gespritzt, wo sie gleichmäßig verteilt und unter Wärme vulkanisiert wird.

Dieses Verfahren eignet sich besonders für komplexe Bauteilgeometrien und gewährleistet eine präzisere und kontinuierliche Formfüllung als das klassische Pressverfahren.

Prozessablauf beim Transfer Moulding

  1. Einlegen des Rohmaterials: Die unvulkanisierte Gummimischung wird in die Transferkammer gegeben.
  2. Schließen der Form: Die Form wird unter einem bestimmten Anpressdruck geschlossen.
  3. Einspritzen des Materials: Durch einen Kolben oder Stempel wird das Material durch Kanäle in die Form gepresst.
  4. Vulkanisation: Das Material vulkanisiert durch eine bestimmte, der jeweiligen Mischung angepassten Temperatur aus.
  5. Entformung: Nach der Aushärtung wird das Formteil entnommen und gegebenenfalls nachbearbeitet.

Vorteile des Transfer Moulding Verfahrens

  • Hohe Maßgenauigkeit und feine Detaillierung möglich
  • Bessere Materialverteilung als beim Compression Moulding
  • Geeignet für komplexe Formen mit Einlegeteilen
  • Reduziertes Auftreten von Lufteinschlüssen
  • Kosteneffizient für mittlere und große Serien
  • Geringere Nachbearbeitung durch präzisere Formfüllung

Geeignete Materialien für Transfer Moulding

Folgende Gummi- und Elastomer-Werkstoffe werden häufig im TM-Verfahren verarbeitet:

  • EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk): Hervorragende Witterungs- und Ozonbeständigkeit.
  • FKM (Fluorkautschuk, Viton®): Chemikalienbeständigkeit und hohe thermische Stabilität.
  • NBR (Nitrilkautschuk): Öl- und Kraftstoffbeständigkeit.
  • Silicon (VMQ): Hohe Temperaturbeständigkeit und medizinische Anwendungen.
  • HNBR (Hydrierter Nitrilkautschuk): Widerstandsfähigkeit gegen Ozon und hohe Temperaturen.

Typische Anwendungsbereiche

Automobilindustrie

  • Präzisionsdichtungen, Gummikomponenten für Motoren und Schläuche mit komplexen Geometrien.

Elektroindustrie

  • Isolatoren, Steckverbinder und Gehäuse für elektrische Bauteile.

Medizintechnik

  • Hochpräzise Gummiteile für sterile Anwendungen, Silikondichtungen und Biokompatible Formteile.

Maschinenbau

  • Schwingungsdämpfer, Formdichtungen und Hochpräzisionsbauteile für mechanische Systeme.

Vergleich: Transfer Moulding vs. Compression Moulding

KriteriumTransfer MouldingCompression Moulding
FormgenauigkeitHöherGeringer
Komplexität der BauteileFür komplexe Formen geeignetBegrenzt
MaterialverteilungSehr gleichmäßigKann ungleichmäßig sein
NachbearbeitungMinimalMeist erforderlich
KostenHöher als Compression MouldingKostengünstiger

Optimierungsmöglichkeiten im Transfer Moulding

Materialfluss-Analyse

  • Computergestützte Simulationen helfen dabei, den Materialfluss zu optimieren und Lufteinschlüsse zu vermeiden.

Werkzeugoptimierung

  • Hochpräzise Werkzeuge mit geringeren Angüssen reduzieren Verschnitt und verbessern die Qualität.

Automatisierung & Sensorik

  • Durch den Einsatz von IoT-Sensoren und automatisierten Prozessen kann die Prozessstabilität erhöht werden.

Fazit

Das Transfer Moulding (TM)-Verfahren ist eine effiziente Technik zur Herstellung komplexer Gummiformteile mit hoher Präzision. Es bietet eine bessere Formfüllung und Maßhaltigkeit als das klassische Compression Moulding und ist damit eine bevorzugte Methode in der Automobil-, Maschinenbau- und Medizintechnikindustrie.

Durch optimierte Werkzeugtechniken, Materialflussanalysen und moderne Automatisierungslösungen lässt sich die Fertigungsqualität weiter steigern. So bleibt das Spritzpressen eine zukunftssichere Lösung für die Produktion anspruchsvoller Elastomerdichtungen.

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